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Dear all, die Vorbereitungszeit hier in Newport nähert sich dem Ende. Ich habe die ersten Tage dazu genutzt, meine Elektronik zu installieren, immer und immer wieder die Iridium-Übertragung zu checken und den Zeitplan, die Daten und Infos mit dem amerikanischen, kanadischen und deutschen „Wetterlieferanten" abzustimmen. Eine der großen Herausforderungen auf den ersten 1.000 Meilen ist die Ausnutzung des Golfstroms, der warm and cold Eddies (Das sind die bis zu 40 km Durchmesser annehmenden Wirbel im Wasser, die sich bei dem Aufeinandertreffen von warmem Wasser aus Süden mit kaltem Wasser aus dem Labradorstrom bilden und nicht selten bis 4 kn Geschwindigkeit erreichen). Dazu dienen ua von Satelliten aufgenommene Wärmebilder, die ich wie eine Seekarte referenzieren kann. Die Route ist berechnet und wenn der Point Alpha bei 40/50 bleibt (was der Raceofficer erst am Freitag endgültig wegen der Eisgrenze entscheidet), haben wir auf dem Großkreis insgesamt genau 3.652 Meilen bis zum Ziel in Cuxhaven vor uns. Auf dem einen Bild seht ihr meinen Arbeitsplatz für die nächsten 16 – 20 Tage; hier laufen die Wetterdaten zusammen, werden die Entscheidungen über den zu segelnden Kurs getroffen und die Standorte der Konkurrenz überwacht. Über die Wetterentwicklung nach Point Alpha sind sich alle Wetterdienste noch nicht einig; die Wahrscheinlichkeit von westlichen Winden und damit schnellen Kursen sind derzeit eher unwahrscheinlich. Wir werden sehen! Auf den anderen Bildern seht ihr unser Schiff TAONGA; eine 49 Fuß lange, 2004 in Neuseeland gebaute Kohlefaser-Yacht, die eine schnelle Überfahrt verspricht. Am Dienstagabend ist der Rest der Crew eingetroffen; insgesamt segeln wir mit 8 Personen, die alle mehr oder weniger „alte Hasen" sind: Jochen: Eigner, Skipper und erfahrener Hochseetourensegler aus Hamburg, Dirk: Harter Knochen, Regattasegler (Hamburg), Von unserer Crew haben sechs bereits am DCNAC 2003 teilgenommen; die Erzählungen und Erinnerungen decken sich mehr oder weniger und wir alle hoffen natürlich, dass es dieses Mal – was das Wetter angeht - etwas moderater über die Bühne geht. Seit Mittwoch haben unsere Bootsbauer das Kommando an Bord übernommen; letzter Check insbesondere von Rumpf, aber auch Rigg, Ausstattung und Segeln. Gewichtszentrierung, Ersatzteilcheck sowohl für die gesamte Segelgarderobe, aber auch für die „lebenswichtigen" Aggregate: Stromgenerator, Watermaker usw. Im Vorschiff haben wir noch eine undichte Stelle entdeckt; gut, wenn die Bootsbauer zur Crew gehören, am Großbaum ist noch eine Reparatur durchzuführen usw. Am Donnerstag haben wir unseren Fleettracker bekommen; das ist der Sender, der während der gesamten Regatta unsere Daten (Geschwindigkeit, Kurs, Position usw.) ins Raceoffice nach Hamburg überträgt. Von dort aus gehen die Daten dann auch ins Internet, wo sie unter http://www.hsh-nordbank-blue-race.com/ verfolgt werden können. Abends ist dann noch Abschiedsparty im New York Yacht Club, einem der nobelsten Vereine in Amerika mit uralter Tradition; entsprechend ist dresscode angesagt. Am Freitag wollen wir noch einmal kurz Segeln um wirklich sicher zu sein, dass auch das Rigg ok ist. Nachmittags ist das final briefing und press conference und dann wird es auch Zeit, dass es losgeht. Wir sind jedenfalls alle „heiß". Samstag wird um 14 Uhr LT und 20 Uhr deutscher Zeit der Startschuss vor Newport fallen und nach einem kurzen up and down für die Presseboote geht es dann hinaus auf den Atlantik.
Uwe
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